Patrick Süskind

Süskind wuchs im bayerischen Holzhausen auf, einem Dorf in der heutigen Gemeinde Münsing. Sein Vater, Wilhelm Emanuel Süskind, war Schriftsteller, Übersetzer und langjähriger Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, seine Mutter Annemarie Süskind, geborene Schmitt war Sportlehrerin. Sein älterer Bruder Martin Erhard Süskind war ebenfalls Journalist. Patrick Süskind hat zahlreiche Vorfahren aus der Württembergischen Ehrbarkeit. Er ist ein Nachkomme des Bibelexegeten Johann Albrecht Bengel und damit auch des Reformators Johannes Brenz.

Ab 1968, nach Abitur und Zivildienst, studierte Süskind Mittelalterliche Geschichte und Neuere Geschichte in München, davon zwei Semester in Aix-en-Provence, um seine Französischkenntnisse zu verbessern. In dieser Zeit entstanden die ersten eigenen Texte. Er belegte ebenso Kurse in Englisch, Spanisch, Latein, Griechisch, Politik, Kunst und Theologie. Das Studium brach er 1974 ab.

Süskind verweigert sich in hohem Maße den Erwartungen des Literaturbetriebs. Er gab nur vier überlieferte Interviews, tritt in der Öffentlichkeit nicht auf und hat verschiedene Auszeichnungen abgelehnt, so den französischen Preis für das beste Debüt (1986) sowie den Tukan-Preis (1987) und den FAZ-Literaturpreis (ebenfalls 1987). Zur Weltpremiere der Verfilmung seines Romans Das Parfum am 7. September 2006 in München erschien er ebenfalls nicht. Im Drehbuch zu Rossini reflektiert er jedoch selbstironisch sein eigenes Leben: Die Filmfigur des scheuen Autors weigert sich – auch für viel Geld – ihr Buch verfilmen zu lassen. Der Produzent wurde von Süskind dabei als ein Abbild von Bernd Eichinger angelegt, der – nach eigener Aussage – damals versuchte, von Süskind die Filmrechte für Das Parfum zu erwerben. Von Süskind existieren zudem kaum veröffentlichte Fotos. In der Fernsehserie Monaco Franze – Der ewige Stenz hat er allerdings einen kleinen Cameoauftritt (9. Folge in der Kneipe, kurzer Zwischenschnitt). Am 7. September 2006 lief ein Porträt im Rahmen der Serie „Die großen Bayern“ im Bayerischen Rundfunk, worin sich Süskind nicht selbst zu Wort meldete. Stattdessen berichteten unter anderem Joachim Król und Christine Kaufmann über ihre Erlebnisse mit ihm.

Trotz dieser Öffentlichkeitsscheu gehörte Süskind allerdings 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie.

Süskind lebt hauptsächlich in München, in Seeheim am Starnberger See und in Montolieu in Frankreich. Er ist befreundet mit dem französischen Zeichner Jean-Jacques Sempé, der die Zeichnungen zur Novelle Die Geschichte von Herrn Sommer beisteuerte. Im Gegenzug übersetzte Süskind einige Werke Sempés ins Deutsche.