Tschick

Inhaltsangabe

Der Roman „Tschick“ (2010) verfasst vom Schriftsteller Wolfgang Herrndorf (1965-2013), beschreibt die Geschichte zweier Freunde, die sich während der Sommerferien auf die Reise in die Walachei, einer Region in Rumänien, begeben. Das Jugendbuch ist wegen seiner gesellschaftlich-aktuellen Themen inzwischen Teil des Abiturcurriculums einiger Bundesländer. 

Der 14-jährige Maik Klingenberg ist ein normaler Junge aus einem vermögenden, aber zerstrittenden Elternhaus. Sein Vater, oftmals dienstlich auf Reisen, und seine alkoholkranke Mutter, bieten ihm nur wenig Rückhalt. Er wohnt im Osten von Berlin und geht in die achte Klasse eines Gymnasiums. Im Klassenverbund gilt Maik wegen seines familiären Hintergrundes als Außenseiter, der von seinen Mitschülern nur „Psycho“ genannt wird.  
Andrej Tschichatschow (Spitzname Tschick) kommt als Neuling in die Klasse von Maik. Erst vier Jahre zuvor wanderte Tschick mit seinem Bruder von Russland nach Deutschland aus. Wegen seines kulturellen Hintergrundes und seiner lakonischen Sprechweise nimmt auch er eine Außenseiterposition in der Schulklasse ein. Kurz vor Beginn der Sommerferien steht der Geburtstag von Tatjana Cosic bevor. Maik schwärmt heimlich für das schöne Mädchen. Hoffnungsvoll hofft er bis zuletzt auf eine Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier, wird aber ebenso wie Tschick nicht eingeladen.  
Während seine Mutter abermals für Wochen in eine Entzugsklinik geht, will der Vater mit seiner neuen Freundin den Urlaub verbringen. Maik findet sich resigniert damit ab, die Schulferien alleine in Berlin zu verbringen. Unerwartet fährt Tschick mit einem gestohlenen Lada Niva (russisches Auto) vor und überzeugt Maik davon, mit ihm in die Walachei zu fahren, um dort seinen Großvater zu besuchen. Bevor sie die Reise Richtung Süden starten, fahren beide zur Geburtstagsparty von Tatjana. Dort angekommen überreicht Maik mutig sein selbstgemaltes Geschenk und das Duo fährt vor den Augen der perplexen Menge im Auto davon.  

Aus Angst mit ihrem Auto entdeckt zu werden, bringen sie ein geklautes Nummernschild an und verstecken nachts das Auto abseits der Straße. Orientierungslos führt sie der nächste Halt unfreiwillig in ein kleines Dorf, in dem sie von einer freundlichen Mutter mit fünf Kindern zum Essen eingeladen. Auf dem Weg zurück zum Auto begegnet Maik einem Polizisten. Panisch greift Maik zu einem Fahrrad und flüchtet, während Tschick mit dem Auto davonfährt. Um nicht weiter aufzufallen, lackiert Tschick das Auto schwarz. Am Abend kommen beide wieder an einer Aussichtsplattform zusammen.  
Am nächsten Tag sucht Tschick auf einer Müllkippe nach einem Schlauch, mit dem Benzin aus anderen Autos abgesaugt werden kann. Derweil trifft Maik auf Isa Schmidt, ein völlig verwahrlostes und übelriechendes Mädchen. Isa hilft erfolgreich bei der Suche nach einem Schlauch und sammelt so die nötigen Argument für eine Mitfahrt. Ihr Ziel ist die tschechische Hauptstadt Prag, in der ihre Halbschwester lebt. Maik und Tschick sind zwar widerwillig, nehmen sie aber dennoch mit.  

Ihr nächster Halt an einem Stausee nutzt Tschick um Isa ins Wasser zu werfen. Einsichtig zieht sie saubere Kleidung von Maik an, der ihr danach auch hilft, die Haare kurz zu schneiden. Währenddessen realisiert Maik in Bezug auf Tatjana, dass seine Gefühle schwächer werden und beginnt langsam, mit der Schwärmerei abzuschließen. Am nächsten Tag wandert das Trio über einen Berg. Angekommen auf dem höchsten Punkt ritzt jeder von ihnen seinen Anfangsbuchstaben in einen Baum. Gemeinsam versprechen sie sich, in genau 50 Jahren wieder an diesen Punkt zurückzukehren.  
Nach der Wanderung auf den Berg fährt ein Bus mit dem Ziel Prag an ihnen vorbei. Von Maik erhält Isa das benötigte Geld und so setzten sie ihre Fahrt zu zweit weiter fort. In einem verlassenen Dorf treffen sie indessen auf den letzten Einwohner, Horst Fricke, der freundlich zu einem Getränk einlädt und aus seiner Vergangenheit erzählt.  

Auf der Weiterfahrt kommt es schließlich zu einem folgenreichen Unfall: Bei dem Versuch von einer steilen Abfahrt auf die Autobahn zu gelangen, überschlägt sich das Auto. Eine Zivilistin eilt herbei, verletzt Tschick bei ihrem Rettungsversuch jedoch schwer am Bein. Von Schuldgefühlen geplagt, fährt sie die Jungen ins Krankenhaus, wo Tschick medizinisch versorgt wird. Als die beiden vom Fenster aus bemerken, wie der Abschleppdienst ihr Auto auflädt, stürmen beide hinaus und flüchten erneut. Der unverletzte Maik muss das Auto fahren. Doch schon kurze Zeit später kommt es wieder zu einem Unfall, nur dieses Mal mit einem fremden involvierten Auto. Die Polizei nimmt Maik in Haft, wohingegen Tschick die abermalige Flucht gelingt.  

Vor der Gerichtsverhandlung drängt Maiks Vater seinen Sohn zur Falschaussage. Die Schuld am Unfall soll auf Tschick geschoben werden, allerdings widersetzt Maik sich seinem Vater und sagt wahrheitsgemäß aus. In der Folge muss Maik gemeinnützig Sozialstunden leisten, wohingegen Tschick in einem Kinderheim untergebracht wird.  
Zu Ende hin setzt die Handlung wieder mit dem Beginn der Schule ein. Tatjana hegt plötzlich Interesse an Maik und auch Isa möchte ihn in naher Zukunft besuchen. Demgegenüber muss Tschick weiterhin im Heim bleiben.