Aufbau, Stil und Sprache

Der Roman weist 30 Kapitel unterschiedlicher Länge auf, wobei die Kapitel 1 und 2 sowie 28 bis 30 einen Rahmen um die Binnenhandlung bilden. In dieser Rahmenhandlung erzählt Kommandant H. einem Schriftsteller die Geschichte seines besten Untergebenen Matthäi, der mittlerweile ein stumpfsinniger Alkoholiker ist. Zudem kommt es zwischen den beiden Personen zu Gesprächen über Kriminalliteratur.

Die Rahmenhandlung umfasst einen Tag, die Binnenhandlung, vom Kommandanten erzählt, erstreckt sich insgesamt über 14 Jahre. Die Haupthandlungsorte liegen entlang der Strecke zwischen Zürich und Chur.


Quelle: Das Versprechen – Zusammenfassung
https://www.inhaltsangabe.de/duerrenmatt/das-versprechen/

Stil und Sprache

Dürrenmatts Stil und Sprache sind, vielleicht den Anforderungen des Genres geschuldet, nicht besonders kompliziert, überfordern die Leserinnen und Leser auf keinen Fall. Die Sprache weist. sehr gemäßigt, regionale Einsprengsel auf und lässt auch Elemente des Französischen anklingen. Immer wieder tauchen Produktnamen auf, v. a. wenn es um das Essen, Trinken, Rauchen und um Fahrzeuge geht. Hinweise auf Jahreszeiten und Wetterverhältnisse dienen mehrfach dazu, die innere Verfassung einer Figur, v. a. Matthäis. oder die Grundstimmung einer bestimmten Situation zu spiegeln- übrigens eine Technik, die bereits Annette von Droste-Hülshoff in ihrer Kriminalnovelle Die Judenbuche verwendet. Als der Hausierer von Gunten Matthäi anruft, um den Fund der Leiche zu melden, rauschen Regengüsse nieder und es herrscht eine ,,unangenehme, bösartige Wärme“; der Weg zum Fundort der Leiche Gritli Mo- sers ist ein „einziger schlammiger Tümpel“, die Bäume „tosen (..)“. Hier kündigt sich über die Beschreibung der Wetterverhältnisse bereits das drohende Unheil an.

Die aufgeheizte Stimmung in Mägendorf und die Konfrontation TWischen Polizisten und Dorfbewohnern beschreibt Dürrenmatt ebenfalls mit naturmetaphorischen Elementen: „(…) Straßenlaternen schwankten wie blasse Monde über dem Platz. (…) Die Polizeiwagen lagen wie große dunkle Tiere inmitten der Menschenbrandung.“

Matthäis Sprache, darauf haben Wolfgang Pasche und Margit Weber bereits hingewiesen, verändert sich mit seiner Veränderung. Bedient er sich in der Auseinandersetzung mit den Mägendorfern hypotaktischer Konstruktionen mit Konditional- und Konsekutivsätzen, greift aber auch auf rhetorische Fragen und knappe Formulierungen zurück, so ist sein Sprachstil nach dem Wendepunkt durch parataktische Sätze und assoziatives Sprechen gekennzeichnet. Die Sprache wird zum Ausdruck der inneren Einstellung.

Quelle: Königs Erläuterungen, Das Versprechen