Dr. Fabian Jakob

Jakob Fabian ist der Protagonist des gleichnamigen Buches. Er stellt sich in den ersten Seiten des Buches vor mit: „Fabian, Jakob, 32 Jahre alt, Beruf wechselnd, zurzeit Reklamefachmann, Schaperstrasse 17, herzkrank, Haarfarbe braun.“

Er ist Doktor der Germanistik und arbeitet als Werbetexter für eine Zigarettenfirma. Im Laufe der Geschichte wird er arbeitslos und bliebt dies auch bis zu seinem Tod.

Fabian legt sich nicht gern fest. Man erkennt dies bereits ganz früh im Buch, als er gefragt wird welchen Frauentyp er gern mag:

„Ich möchte mich nicht festlegen. Mein Geschmack neigt zu blond, meine Erfahrung spricht dagegen. Meine Vorliebe gehört grossen Frauen. Aber das Bedürfniss ist nicht gegenseitig. Lassen Sie die Rubrik frei.“ (s.14)

Er legt keinen Wert auf Geld oder seine Karriere. Sein Kollege erzählt ihm, dass es zu Kündigungen kommen wird – er reagiert so:

„Denken Sie, ich habe mein Leben seit der Konfirmation damit verbracht, gute Propaganda für schlechte Zigaretten zu machen? Wenn ich hier fliege, such ich mir einen neuen Beruf. Auf einen mehr oder weniger kommt es mir nicht mehr an.“ (s.42)

Er steht generell, wie er später im Roman erzählt, Geld und Macht kritisch gegenüber.

Fabian ist, wie der untertitel des Buches bereits verrät, ein Moralist. Das heisst er will eigentlich die Menschen anständig und vernünftig machen, doch das gesellschaftliche System in dem sie leben will er nicht ändern. Grosser Unterschied zu Labude, der ihm erklärt:

„du fantasierst lieber von einem unerreichbaren vollkommenen Ziel, anstatt einem unvollkommenen zuzustreben, das sich verwirklichen lässt. Es ist dir bequemer so. Du hast keinen Ehrgeiz, das ist das Schlimme.“ (s.54)

Seine Auffassung von seiner Aufgabe als Moralist ist ziemlich naiv:

„Ich sehe zu und warte. Ich warte auf den Sieg der Anständigkeit, dann könnte ich mich zur Verfügung stellen.“ (s.100)

Er vermeidet jede Form von politischem oder solzialem Engagement und bleibt lieber ein unbeteiligter Beobachter.

Am Ende zweifelt Fabian an seiner Grundhaltung als utopischer Moralist. Er bleibt jedoch an seinen Grundprinzipien standhaft. Den Versuchungen des Geldes wiedersteht er.