Sex als Bindeglied zwischen David und Agathe

Ebenfalls hilft David der Sex mit Agathe nach dem Besuch einer Parteiversammlung, um seine innere Zerrissenheit für kurze Zeit zu verdrängen: „Die Widersprüche hier unendlich groß, die Schlechtigkeit und Gewalt so offensichtlich, und Agathe fasste meinen Schwanz an, und dann war alles aufgehoben. Es sind Kakerlaken, David, und eine Kakerlake kann keinen Schmetterling gebären, und ich fasste ihr an den Hintern. Ein Tutsi bleibt ein Tutsi, fuhr sie fort, und ich zog ihr den Slip aus. Sie haben sich nie geändert – da fiel ihr Kleid. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Kakerlaken, die uns jetzt angreifen, und den Kakerlaken, die uns über Jahrhunderten unterdrückt haben, und ich schob meinen Kopf in ihren Schoß. Damals wie jetzt morden, vergewaltigen, plündern sie, und erst da schwieg sie endlich.“

An dieser Stelle fällt der besondere Egoismus des sonst so idealistischen und aufopferungsvollen David auf: Wenn es um seinen sexuellen Lustgewinn geht, sind ihm die sozialen Ungerechtigkeiten egal. Man kann sogar so weit gehen, dass David in den Momenten, in denen er mit Agathe schläft, als rein triebgesteuerter Mensch handelt – Agathe kann dagegen ihren Trieb lange unterdrücken und wird immer mehrvon ihrem Hass zerfressen.

Quelle: https://www.grin.com/document/314471