Entstehung

In der „vossischen Zeitung“ wurde ein Vorabruck von „Im Westen nichts Neues“ veröffentlicht. Dieser hatte zur Folge, dass bereits vor der Buchveröffentlichung am 29. Januar 1929 bereit 30.000 Exemplare vorbestellt wurden. Im Juni 1930 wurde dann die Millionengrenze an verkauften Exemplaren überschritten, was das das Buch zu einem der am erfolgreichsten verkauften Werke Deutschlands macht.

Erreicht wurde dies unteranderem durch eine geschickte Werbekampagne des Ullstein-Konzerns, wo der Autor als einer von millionen Frontsoldaten, der, müde und zemürbt, aus dem Krieg zurückgekehrt war, aber im Gegensatz zu diesen Millionen willens und fähig, sich zum Erlebten zu äussern, vorgestellt wurde. Es wurde angepriesen, dass Remarque kein Schriftsteller sei, sondern vor einigen Monaten wie unter einem inneren Zwang, begonnen habe ds von ihm persönlich im Krieg Erlebte niederzuschreiben. Doch das stimmte so nicht, denn Remarque war auch vor 1929, wenn auch ohne grossen Erfolg, schriftstellerisch tätig. Auch wurde im Artikel mehrfach engepriesen, dass Remarque ein freiwilliger Soldat gewesen sei. Eben nur einer von Millionen Soldaten, der seine Erlebnisse schilderte. Aber auch dies stimmte nicht, denn Remarque war weder ein Kriegsfreiwlliger, noch hat er das meiste davon erlebt. Er selbst war lediglich sieben Wochen im Einsatz und nicht mal an vorderster Front. Die im Buch beschriebenen Grabenkämpfe, das tagelange Trommelfeuer hat er nicht selbst erlebt. Und dennoch unterstützte Remarque diese Legendenbildung nach allen Kräften, stellenweise hat er sogar die Unwahrheit erzählt um sich als besonders tapferen Soldaten zu stilisieren.

Trotzdem flossen viele persönliche Aspekte mit in das Buch ein, wie zum Beispiel sein Lazarettaufenthalt in Duisburg, wodurch er um die Qualen der verwundeten Soldaten (wie im 10. Kapitel beschrieben) wusste. Auch die Rekrutenzeit, besonders seinem Ausbildner, dem Unteroffizier Himmelreich, seine Methoden sind mit jenen von Himmelstoss vergleichbar

Quelle: Zusammenfassung aus Seite 30-36: Keiser, Wolfhard (2017): Königs Erläuterungen, Band 433, Textanalyse und Interpretation zu Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, Band 433, 5., aktualisierte Auflage, Hollfeld